Prof. Dr. Volker Roelcke:

Wissenschaft im Dienste des Reiches
Ernst Rüdin und die Deutsche Forschungsanstalt für Psychiatrie


Die weltweit erste Forschungseinrichtung für psychiatrische Genetik wurde 1917 an der Deutschen Forschungsanstalt für Psychiatrie (DFA) in München gegründet. Ernst Rüdin, einer der Protagonisten der rassenhygienischen Bewegung, leitete die Genealogisch-Demographische Abteilung bis 1945. Seine genetische Forschung genoss auch unter ausländischen Wissenschaftlern hohes Ansehen, obwohl er sie schon lange vor 1933 in den Dienst politischer Ziele stellte. Nach 1933 engagierte Rüdin sich in der Selektionspolitik des nationalsozialistischen Staates und unterstützte aktiv die systematischen Patiententötungen im Zuge des Euthanasieprogramms.
Prof. Dr. Volker Roelcke, Leiter des Instituts für Geschichte der Medizin an der Universität Gießen, zeigt am Beispiel der DFA und ihres Leiters Ernst Rüdin die Verknüpfung von Wissenschaft und Politik im Nationalsozialismus.

Veranstaltungsort:
Kulturzentrum Gasteig, Rosenheimer Straße 5
Vortragssaal der Stadtbibliothek

Eintritt frei

Montag 4. Dezember 2006
19.00 bis 20.30 Uhr  (BG 265)