Annette Eberle:
Sozial - Asozial. Sozialpolitische Ausgrenzungskategorien im Nationalsozialismus
Die NS-Sozialpolitik forcierte die Ausgrenzung sozialer Randgruppen: Bettler, Obdachlose, Fürsorgeempfänger sowie Jugendliche und Frauen aus unteren Schichten wurden als "Asoziale", "Gemeinschaftsfremde" und "Volksschädlinge" diffamiert: sie kamen in KZs, Haft- oder Bewahranstalten. In Bayern sollte unter der Ägide des Bayerischen Landesverbandes für Wander- und Heimatdienst ein Modell für die Zusammenarbeit von Fürsorge und Wohlfahrt mit Polizei und SS bei der Verfolgung so genannter Asozialer erprobt werden. Dazu richtete der Bayerische Landesverband ein Netz von Zwangsfürsorgeeinrichtungen ein. Das Wohlfahrtsamt München zählte zu den wichtigsten Einweisungsbehörden.
Annette Eberle forscht über die (geschlechtsspezifische) Konstruktion von Asozialität und die Rolle des Bayerischen Landesverbandes für Wander- und Heimatdienst.
Veranstaltungsort:
Kulturzentrum Gasteig, Rosenheimer Straße 5
Vortragssaal der Stadtbibliothek
Eintritt frei
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