Dr. Hiltrud Häntzschel:

"Flucht vor Hitler" - Zur Emigration aus München


"Flucht vor Hitler", so betitelte der Sozialdemokrat und ehemalige bayerische Ministerpräsident Wilhelm Hoegner seine Erinnerungen an die Emigration. Er gehörte, wie die Familie Thomas Manns, zu den prominentesten Emigranten aus München. Um ein Vielfaches höher als die Zahl der politischen Emigranten war die der Münchner Bürger, die vor rassistischer Verfolgung flohen: Jüdische Geschäftsleute wurden boykottiert, Rechtsanwälte und Ärztinnen verloren ihre Zulassung, an den Kammerspielen  wurden Verträge nicht verlängert, die Universität "säuberte" ihren Lehrkörper, der Rundfunk seine Redaktionen, Pazifisten, kritische Schriftsteller und Autorinnen mussten um ihre Freiheit und ihr Leben fürchten.
Die Autorin Dr. Hiltrud Häntzschel zeigt an repräsentativ ausgewählten Beispielen, in welchem Ausmaß München seine jüdischen und politisch missliebigen Bürger vertrieben hat, wie die NS-Propagandapresse Häme und Spott hinter ihnen herschreit, welche Schicksale sie in ihren Aufnahmeländern erwarteten, schließlich, wie es den Heimkehrwilligen nach 1945 erging.

Veranstaltungsort:
Kulturzentrum Gasteig, Rosenheimer Straße 5
Vortragssaal der Stadtbibliothek

Eintritt frei

Montag 12. März 2007
19.00 bis 20.30 Uhr  (BG 205)