Gerd Modert:

Unternehmen in der NS-Zeit: Die Allianz


Schon in den 1920er Jahren war die Allianz das größte Versicherungsunternehmen in Deutschland. Ihr Chef Kurt Schmitt trat im Sommer 1933 als Reichswirtschaftsminister in die Regierung des NS-Staates ein. Das wirft Fragen auf, die über diese "Personalie" hinausgehen. In einem mehrjährigen Forschungsprojekt, an dem der Historiker Gerd Modert als wissenschaftlicher Mitarbeiter mitwirkte, wurden zentrale Aspekte der Rolle des Unternehmens in der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur erforscht.
Wie waren die Beziehungen zwischen der Allianz und der NS-Führung? Wie entwickelte sich das Unternehmen in den 1930er Jahren und im Krieg? Wie ging die Allianz mit ihren jüdischen Mitarbeitern und Kunden um? Welche geschäftlichen Kontakte gab es zur NSDAP und zur SS? Der Vortrag wirft Schlaglichter auf die Unternehmensgeschichte der Allianz und erörtert die letztlich entscheidenden Fragen nach der ethischen Dimension unternehmerischen Handelns im totalitären Staat.

Veranstaltungsort:
Kulturzentrum Gasteig, Rosenheimer Straße 5
Vortragssaal der Stadtbibliothek

Eintritt frei

Montag 16. April 2007
19.00 bis 20.30 Uhr  (BG 209)